Kletterreise durch Italien

| 9. November 2017 | Keine Kommentare

Die „Grignetta“oberhalb vom „Lago di Lecco“ war unser erstes Etappenziel der Italienreise zwischen Mai und Juni diesen Jahres.

Hoch über dem See in „Piano Resinelli“ auf knapp 1300m wohnten wir bei Laura Ferrari im Refugio, sie ist die Tochter vom Bergalpinisten Casimiro Ferrari, der zahlreiche Erstbegehungen unter anderem auch in Patagonien begangen hat. Bei selbstgemachter Pasta und einer stets gut aufgelegten Laura ließ es sich sehr gut leben.

Egal welcher bergsportlichen Leidenschaft man nachgeht, hier gibt es Vielseitiges zu erleben.

Der Monolith „Nibbio“ lockt geradezu mit tollen Sportkletterrouten bis zu 45m Längeund lässt jedes Kletterherz höherschlagen. Auch am Grignetta Felsmassiv sind zahlreiche Routen eingebohrt und auch Mehrseillängen möglich.

Wir unternahmenhier unter anderem Bergwandertouren – auf anspruchsvoller Route ging es von 1280m über Türme besetzte Grade bis zur „Grigna Meridionale“hinauf und zum am Gipfel stehenden futuristisch anzuschauenden Biwak auf 2177m. An der äußeren Horizontlinie kann man bei klarer Sicht, den Alpenbogen vom Monviso bis zur Bernina und im Süden den Apennin erkennen.

Der Apennin war dann auch unsere nächste Anlaufstelle, denn wir hatten in unserem letzten Urlaub von schönen Klettergebietenin der Toskana rund um „Camaiore“ gehört und wollten mal schauen was so geht. Auch hier hatten wir uns in einem Bergdorf einquartiert um dem Trubel am Meer zu entfliehen. Ausgangspunkt unserer Unternehmungen war dann „Culla“ -sehr zentral gelegen, egal was gerade anstand. Die Klettergebiete ließen sich alle gut erreichen, allerdings wies unser Kletterführer einige Unstimmigkeiten bezüglich Wegbeschreibung und aber auch der Schwierigkeitsgrade auf. Zum Glück trafen wir auf einheimische Kletterer die uns früh genug darüber aufklärten. Was uns nicht erspart blieb waren teilweise lange umständliche Zustiege bevor wir den Felsen dann endlich erreichten. Hier hilft nur sich den Kletterführer vor Ort zu organisieren, da sich einfach zu viele Fehler im deutschsprachigen Kletterführer befinden.

Wir hatten uns auch hier Bergwandertouren vorgenommen, da ich für meine bevorstehende „Wanderleiter Prüfung“ Höhenmeter machen wollte. Startpunkt war hier „Stazzema“ 443m hoch gelegen im Süden der Apuanischen Alpen und es sollte zum „Monte Nona“ 1279m gehen, rund 5 Stunden lang durchwanderten wir teils drahtseilversichert an exponierten Felspassagen vorbei und gelangten über den grasigen Südgrat zum Gipfelkreuz. Hoch oben grasten friedlich Wildpferde mit ihren Fohlen, so frei in derWildbahn hatten wir bisher auch noch keine Pferde gesehen, ein toller Anblick. Den boten uns auch die Marmorsteinbrüche rund um „Carrara“ die wir vom Gipfelkreuz sehr gut erkennen konnten, auf welchen Höhen hier Marmor abgebaut wird ist schon recht abenteuerlich und Schwindelfreiheit ist bei der Einstellung der Mitarbeiter mit Sicherheit ein Kriterium. An unseren Ruhetagen ließen wir es uns in „Pietrasanta“ am Meer gut gehenund besuchten die mittelalterliche Provinzhauptstadt „Lucca“und liefen über den vollständig erhaltenen Mauerwall (7km), der die Stadt komplett umrundet. Alles in allem eine lohnenswerte Woche und sicher noch einmal einen Reise wert.

Weiter ging es dann noch für zwei Wochen nach „Oltre Finale“, wo wirwie schon in den Jahren zuvor wieder riesigen Spaß hatten. Die heimischen Kletterlocals waren fleißig und hatten jede Menge neue Routen oder auch Sektoren erschlossen. Da wir mittlerweile einige Freundschaften vor Ort geschlossen haben, bekamen wir die nötigen Insider Tipps und konnten einiges Neues ausprobieren. Im nahen „Piemont“ gingen wir unserer zweiten Leidenschaft dem Wandern nach und wurden überrascht von einer Blütenpracht die wir bisdahin in so einer Vielzahl noch nie gesehen hatten, wir hielten alles fest und konnten uns kaum lösen. Erst als das erste Grollen in der Ferne zu hören war, machten wir uns zügig zurück zum „Lago di Madonna“ und hatten Glückdenn nur zwei Minuten später schüttete es wie aus Eimern. Als wir uns dann zum Auto aufmachten waren hunderte von klitzekleinen Fröschen an und auf dem Weg und wir mussten achtsam weitergehen oder auch Frösche in den angrenzenden See zurücksetzen. Zum Abschluss unserer Italienreise luden uns unsere italienischen Freunde noch zum gemeinsamen Essen in eine typisch italienische Trattoria ein und mit einer internationalen Gruppe aus Schweden, Deutschen und Italienern ging eine wundervolle Reise dann zu Ende.

Albatrosse in Kalymnos

Im September zog es uns dann nach Griechenland auf die bekannte Kletterinsel „Kalymnos“.

Wir hatten schon sehr viel davon gehört, dass hier das Kletterparadies sein soll und nach zwei Wochen paradiesischem Klettern können wir das nur bestätigen. Um an die Felsen zu gelangen haben wir uns einen Roller gemietet – was hier üblich ist, da für Autos kaum Platz! Zurückversetzt wie in unsere Jugendzeitfuhren wir mit Rucksack zu den ausgesuchten Felswänden, häufig verschlug es uns in die Bucht von „Arginonta Valley“, was nicht nur mit der exzellenten Felsqualität und den hervorragendenRouten zu tun hatte, sondern auch mit der bezaubernden kleinen Bucht und der ebenso süßen kleinen Taverne dessen Besitzer zwar schon etwas in die Jahre gekommen sind, aber mit Herz undeiner Freundlichkeit die wenigen Strandbesucher willkommen hießen. Auch ein Highlight ist die Überfahrt mit einem kleinen Boot zur benachbarten Insel „Telendos“, die wir zweimal aufsuchten um an den Wänden von „Lambda“ und „Eros“ zu klettern. Kurz runter gehüpft vom Boot auf den Felsvorsprung, die Abholung am selben Ort vereinbart und schon war das Boot weg und wir standen gefühlt auf einer einsamen Insel, was auch fast der Wirklichkeit entsprach, denn die einzige kleine Häuseransammlung ist gut 50min. Fußweg entfernt. Also packten wir ausreichend Getränke und Verpflegung ein. Belohnt wird man dafür mit einer ausgezeichneten Routenvielfalt, oftmals mit 3Sterne oder Notenschlüssel versehen. Abends ging es dann wieder gemütlich mit dem Boot auf die Hauptinsel zurück. Die ortsansässigen Lokale haben gutes Essen zu bieten und in „Massouri“ genossen wir den besten Cappuccino bei Sevasti im „Wooden Roots“ und ihrenselbstgemachten köstlichen Smoothies. An einem Tag konnten wir sogar eine Gruppe Delfine im Meer beobachten, einfach grandios. Auch unser Trip zum „Piraten“ in einer kleinen Bucht in der Nähe des Sektors „Palace“ war ein Ausflug wert, hier konnten wir wunderbar nach einem Klettertag entspannen und bei passender Musik fühlten wir uns wie in der Karibik.

Wir kommen sicher wieder….

Jetzt ist erst mal die Outdoor Saison vorbei, aber die Planung für 2018 mit neuen Zielen steht und wir können schon mal Träumen, denn „nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub“, wie man so schön sagt.

Ach ja, für alle die es noch nicht wissen die „Albatrosse“ und die „Klettergruppe“ haben sich zusammengeschlossen und starten in 2018 gemeinsam durch und heißen jetzt wie kann es anders sein „Klettergruppe Albatros“, die Leitung übernimmt Ralf Friedrich mit Horst Wündsch an seiner Seite. Wir danken Uwe sehr für die lange Zeit und seinen Einsatz als Leitung der „Albatrosse“ die er aus beruflichen Gründen nicht mehr übernehmen kann, sowie auch Kathrin Buhr die ihr Amt als Leitung der Klettergruppe ebenfalls niedergelegt hat. Uwe und Kathrin bleiben aber weiterhin aktiv dabei und führen Ausbildungen am Fels, siehe auch Programmteil durch.

Text: Kerstin Degen

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Kategorie: Albatros

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