​ Unter erschwerten Bedingungen: Alter und neuer Jugenreferent auf dem Jubi-Grat

| 13. Februar 2017 | 5 Kommentare

​Nach langer Tourenpause im Herbst und Anfang Winter wollten
Stefan und ich eigentlich nur ein freies Wochenende mit ein wenig gemütlichem Eisklettern verbringen, wenn es sowas für uns überhaupt gibt. Leider war es Anfang Februar zu warm dafür, jedoch die Bedingungen für eine Begehung des Jubiläumsgrates an der Zugspitze umso besser. Also machte ich mich Freitag Nachmittag nach der Arbeit auf den Weg nach München um nach kurzer Lagebesprechung früh schlafen zu gehen.
Nach einem Kaffee ging es um 6 Uhr los auf den Weg nach Garmisch-Partenkirchen, um mit der Seilbahn möglichst früh zum Zugspitzgipfel zu kommen.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der örtlichen Infrastruktur in Form von Zahnradbahn, Seilbahn, deren Tickets und Umtausch und seltsamen Blicken der Mitarbeiter, warum man nur eine Bergfahrt kauft und wie man denn runter kommen wolle, fanden wir dann endlich den Weg aus der Bergstation auf den Zugspitz Gipfel. Wir starteten gegen 9:30 auf den Jubi, anfangs noch ein verschneiter breiter Pfad, wurde der Grat bald anstrengender mit dauerndem auf und ab und zunehmend steiler. Nachdem wir die ersten Kletterstellen im unteren 3. Grad gemeistert hatten schlossen wir auf 2 Dresdener Bergsteiger auf, die auch diese schwere Überschreitung angegangen sind.
Anfänglich dachten wir noch das es ja nicht so weit sein kann mit der nur 5 km Luftlinie entfernten Alpspitze. Jedoch wurden wir schnell eines anderen belehrt und waren froh das wir nach 7 Stunden im schwindenden Tageslicht endlich unser Etappenziel die Biwakschachtel auch Grathüttl genannt erreichten.
Nach kurzer Pause, die erste richtige an diesem Tag überhaupt und nachdem wir alles Material abgelegt und unser Lager bezogen hatten ging es ans Schnee schmelzen und Wasser kochen für Tee und Abendessen. Versüßt durch eine kleine Flasche Rotwein verspeisten wir hungrig die Mahlzeit und legten uns früh schlafen. Zum Glück war es nicht zu kalt, ich meine mal abgesehen davon das die Luftfeuchtigkeit an den Wänden angefroren war, konnten wir Dank der vielen Decken gut schlafen.
Am nächsten Morgen ging es nach einem Kaffee ihm ersten Tageslicht wieder los. Die Oberschenkel brannten noch ganz ordentlich vom Vortag, aber zum Glück lagen die größten technischen Schwierigkeiten hinter uns und die schweren Stellen waren jetzt als versicherter Steig ausgelegt und so war die Devise durchhalten. Nach 2 weiteren hohen Gratgipfeln und der Umgehung des Hochblasen standen wir schon bald an der Scharte vom Grießkar vor dem Alpspitzgrat. Nach kurzer Tee und Riegel Pause machten wir uns auf den letzten Anstieg um schließlich die Alspitze nach 4 Stunden zu erreichen, die dortigen Schitourengeher staunten nicht schlecht über uns Jubigrat Bezwinger.
Ist diese Tour doch schon im Sommer ein Alpines Meisterstück mit hohem Schwierigkeitscharakter und schlechter Absicherung. Im Winter unter erschwerten Bedingungen definitiv ein Highlight.
Schließlich hatten wir bisher 45.000 Schritte mit Steigeisen und einer Kletterstrecke von unglaublichen 8km mit ingesamt 800hm im Aufstieg zurückgelegt.
Aber für 2 Jugendreferenten die durch ihre (Jugend-)Arbeit Mental geprägt sind genau das richtige ;-).
Jetzt mussten wir „nur“ noch mit brennenden Beinen 2 Stunden über den teilweise unter Schnee verdeckten Via Ferrata zur Bergstation der Alpspitzbahn absteigen um plötzlich wieder in der vom Schizirkus eingenommen Welt zu stehen und als Bergsteiger irgendwie völlig fremd zu sein und bestaunt zu werden wie Tiere im Zoo.
Völlig K.O. stieg ich nach einem kurzen Halt in München wieder ins Auto um Sonntag Abends zu Hause zu sein, denn schließlich musste ich ja Montags wieder arbeiten.
Text: O. González

Stichworte:

Kategorie: Jugend, Sonstige Touren

Kommentare (5)

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  1. CarlosGomez sagt:

    Beautiful Pictures and Views…Congrats, great job!!

  2. Norbert Dötsch sagt:

    Verrückte Kerle! Herzlichen Glückwunsch. Das war Spitze!!

  3. jonas sagt:

    Thumbs Up!

  4. Joachim Schneider sagt:

    Respekt, die Tour würde ich gern mal im Sommer als geführte Tour machen.

  5. Peter May sagt:

    Hallo Olli und Stefan, Gratulation zu dieser starken Leistung! Ich fand die Tour schon im Sommer bei besten Verhältnissen recht anspruchsvoll, vor allem konditionell, aber im Winter habt Ihr noch eins drauf gesetzt. Weiterhin viel Glück bei Euren Unternehmungen!

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